Die Essstörung überwinden - warum überhaupt?

Motivation gesucht

Die Frage nach dem "Warum" ("Warum sollte ich überhaupt etwas ändern?) ist die wichtigste Frage, die du dir stellen kannst: Denn erst wenn du auf diese Frage eine für dich absolut zufriedenstellende Antwort hast, wirst du die nötige Motivation haben, dagegen anzugehen.

Aber die Sache hat einen Haken: Die Frage nach dem "Warum" lässt sich nicht mit dem Verstand beantworten. Denn allein verstandesmäßig gibt es viele gravierende Gründe, eine Essstörung aufzugeben: Dein Körper leidet, Familie und Freunde leiden, die Psyche leidet. Doch all diese Gründe haben dich ja bisher auch nicht davon abgehalten weiterzumachen. Es muss also eine Motivation sein, die dich ein Leben lang trägt, egal wie es sich verändern mag. Es muss etwas sein, was größer ist, als deine Angst.

Frage: Was könnte für dich eine wirkliche Motivation sein, gegen deine Essstörung anzugehen?

Für was würde es sich lohnen, diesen Weg zu gehen?

 

Als ich an diesem Wendepunkt stand, d. h. als ich wusste, dass ich in meinem Leben etwas verändern wollte, mir aber noch nicht über meine Motive im Klaren war, sagte eine gute Freundin zu mir: „Wenn du endlich anfängst, deine Energie nicht mehr gegen dich selbst zu richten, dann wirst du an dir Stärken entdecken, von denen du nie geahnt hast, dass du sie besitzt.“ Erst als ich darüber nachdachte, hatte ich Lust auf eine Veränderung.  Meine Motivation war also die Neugier, erfahren zu wollen, was für ein Mensch ich ohne die Sucht bin. „Wer bin ich wirklich?“ Auf diese Frage wollte ich unbedingt eine Antwort. Ich beschloss es herauszufinden und für den Fall, dass mir dieser Mensch nicht gefällt, in die Sucht zurückzukehren. Die Tür in die Essstörung zurück steht ja immer offen. Die Neugier treibt mich an, mich selbst kennenzulernen – und ich glaube, diese Motivation kann ein Leben lang halten, denn schließlich ist das Leben einem ständigen Wandel unterworfen und auch wir verändern uns ständig darin.

 

Wie denkst du darüber?

Schreibe uns einfach und teile mit uns deine Erfahrungen....


Mirjam Kettner


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Kommentare: 1
  • #1

    Melinda (Sonntag, 12 Februar 2017 22:38)

    Wenn etwas belastet dann sollte man sich davon befreien.Leider ist es nicht so einfach getan wie gesagt.Essstörungen sind langsam entstanden und jahrelange Gewohnheiten sind schwer zu durchbrechen aber absolut möglich.