Grenzenloses Essen

was Fressattacken und Kleinkinder gemeinsam haben

Als ich mir das Essen wieder "erlaubte" verfiel ich regelmäßig in regelrechte Fressattacken. Ich machte mir große Sorgen, ob ich diese wohl jemals in den Griff bekommen würde. Der Grund für meine Anfälle war, dass ich viel zu lange das Essen hinausschob – ich wollte eben Kalorien sparen. Doch irgendwann siegte mein Körper über mich: Ich aß unkontrolliert alles, was ich irgendwie im Kühlschrank finden konnte.  Nachdem ich sechs Kilo zugenommen hatte (was ich als wahnsinnig viel empfand) war ich bereit, für den Ernährungsplan meiner Therapeutin – viel schlimmer konnte es ja nicht mehr werden. Und allmählich verstand ich den Sinn dahinter, regelmäßig zu Essen.

Das Prinzip ist einfach und begegnet uns überall im Alltag: Wenn wir unsere Bedürfnisse zu lange unterdrücken, verlieren wir die Kontrolle darüber. Stellen Sie sich z.B. das kleine Kind vor, das vor lauter Spielen völlig ignoriert, dass es mal Pipi muss.  Was passiert? Ihm fehlt die Zeit um noch rechtzeitig auf die Toilette zu kommen. Es geht in die Hose…

 

Genauso in die Hose geht es, wenn wir unser Bedürfnis nach Nahrung ignorieren. Irgendwann verlangt der Körper einfach danach und die Folge ist, das wir die Kontrolle verlieren: Wir stopfen einfach irgendetwas in uns rein. Stellen wir uns dagegen rechtzeitig diesem Bedürfnis, dann haben wir noch genug Zeit, in Ruhe zu überlegen, welche Nahrungsmittel wir zu uns nehmen wollen. Es muss dann nicht die Tüte Chips sein, die man mal auf die Schnelle in sich hineinschlingt, sondern es kann eine gesunde und ausgewogene Mahlzeit sein. Und uns bleibt genügend Zeit, dieses Essen auch zu genießen. Zögern wir dieses Bedürfnis jedoch zu lange hinaus, verlieren wir die Kontrolle über uns. Am Ende bleibt dann das Gefühl, wieder einmal versagt zu haben....

Wie denkst du darüber?

Schreibe uns einfach und teile mit uns deine Erfahrungen....


Mirjam Kettner


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