Panik: Ich habe einen Rückfall...

Was tun?

Rückfälle gehören einfach zu dem langen Weg aus einer Essstörung. Damals haben mich Rückfälle immer sehr entmutigt. "Wieder einmal versagt". Alle Argumente, die mich bis dahin zum kämpfen motivierten, hören sich nun an wie Ammenmärchen. Eine Frage beschäftigte mich immer wieder: Wird es immer so weitergehen,  oder habe ich es irgendwann auch einmal geschafft?

Eine Essstörung kann man mit einer Krücke vergleichen. Wenn man sich ein Bein bricht, dann braucht man Krücken, um sich einigermaßen durch den Alltag bewegen zu können. Man weiß, dass dies nur eine vorübergehende Lösung ist. Keiner wünscht sich, ein Leben lang damit herumlaufen zu müssen - ganz im Gegenteil....

Vielleicht wird man auch in der Zeit des Heilungsprozesses immer mal wieder die "Krücke" Essstörung brauchen, um den Alltag einigermaßen meistern zu können. Eines solltest du wissen: Keiner fällt einfach dahin zurück, woher er gekommen ist. Der Weg, den du bis hierher gegangen bist und die schönen Erfahrungen die damit verbunden sind, wirst du niemals vergessen.

Ein Rückfall ist zwar schmerzlich, aber er bringt dich nicht um. Und außerdem bist du auch "nur" ein Mensch - und der ist ja bekanntlich ein Gewohnheitstier. Ein Rückfall macht dir nur deutlich, dass die Sucht noch mehr deiner Gewohnheit entspricht, als die Handlungen, durch die du die Sucht ersetzen willst.

Denke auch immer daran, dass du SuchtKRANK bist. Alles braucht seine Zeit - auch die Heilung dieser Krankheit. Diese Geduld solltest du dir zugestehen und die Tatsache, dass du in der Zeit der Heilung nicht vollbelastbar bist. Nimm dir daher genügend Auszeiten um zu reflektieren, was du bereits geschafft hast und um neue Kraft zu tanken.

Wie denkst du darüber?

Schreibe uns einfach und teile mit uns deine Erfahrungen....


Mirjam Kettner


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